Der Vortag

Wie es nun so einmal üblich ist, beschloss der Wasserdruckmesser im Keller genau am Vorabend des 23.12. den Geist aufzugeben. Er lief also zunächst innen voll, und begann dann damit, sekündlich einen dicken Wassertropfen auf den Kellerboden fallen zu lassen. Immerhin war ich durch die Weihnachtsvorbereitungen immer wieder treppauf und treppab unterwegs, und bemerkte den sich ausbreitenden See noch bevor er einen Kollateralschaden anrichten konnte.

Glücklicher- und netterweise half uns unser Vermieter am Morgen des 23.12., die Geräte zu reparieren. Die Kinder waren derweil ins Obergeschoss verfrachtet worden, wo tonnenweise Spielzeug in zwei Kinderzimmern die beiden in der Zwischenzeit beschäftigt halten sollte. Allerdings beschlossen die zwei Kleinen, sich ausgerechnet eine Schneekugel zum wilden Spiel auszusuchen, welche prompt – man kann es sich schon ausmalen – im Gerangel auf den Fliesen zerbarst. Es folgten tausende von Splittern, dermaßen gut verteilte Glitzerschneeflocken, dass sie den Haushalt bestimmt nie wieder komplett verlassen werden und selbstverständlich viele Tränen und noch mehr Gebrüll. Wir liefen also von der eben behobenen Baustelle im Keller hinauf in den ersten Stock und versuchten uns dort in Schadensbegrenzung.

Zum Mittagessen waren die Kinder ermahnt worden, sich gesittet zu verhalten, sodass alle das Essen genießen können würden. Leider hatte es das Schicksal versäumt, auch der Versicherung Bescheid zu sagen. Passend vor dem ersten Bissen öffneten wir noch schnell die soeben eingetrudelte Post, und trotz unzähliger Mails und Anrufe der letzten Wochen wies der Versicherungsschein klarerweise nicht die Komponenten auf, die wir beantragt hatten. Und so sah sich mein Mann gezwungen, die Vertrags-Hotline in den letzten Minuten ihrer diesjährigen Arbeitszeit zu bemühen. Das Mittagessen wurde kalt.

Am Nachmittag war der Nachbarskater zu Besuch, dem es draußen offensichtlich zu kalt war. Nach einer Streicheleinheit suchte er sich ein ruhiges Plätzchen. Dieses Plätzchen stellte sich als das nur selten genutzte im englischen Stil gehaltene Speisezimmer heraus, wo er sich nach nur einem kurzen und jämmerlichen „Miau“ neben die Löwentatzen des Esstisches erbrach.

Und gerade als ich am Abend dachte, ich hätte den Tag überstanden, und meine Jüngste gemütlich auf meinem Schoß saß, wunderte sie sich, wofür die Metallkappen am Ende der Zierbänder meines Kapuzenpullis gut waren. Die Größenverhältnisse der Metallkappe und meines Nasenloches erschienen ihr wohl kompatibel, und so rammte sie die Metallkappe kurzentschlossen in das Nasenloch. Mit Blut habe ich kein Problem. Allerdings nur so lange es dort bleibt, wo es hingehört: innen! Nach einem kurzen Ausflug in die Horizontale war ich dann wiederhergestellt und kann nur hoffen, dass sich für Heiligabend bewahrheitet, was man in der Musikszene gern sagt: Nur wenn die Generalprobe richtig chaotisch war, klappt das Konzert wunderbar.

Frohe Weihnachten! Hoffentlich.

Band

Das Runde muss ins Eckige?

(Foto: Mitterreiter-Dobray)

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