Emi schreibt nicht nur, sondern kocht auch… und gibt ihren Senf dazu

Da meine Liebe nicht nur bayerischen Spezialitäten gilt, sondern mich auch fast alles, was britisch ist, begeistert, haben sich zwei liebe Freundinnen für meinen letzten Geburtstag etwas besonders Schönes ausgedacht: Sie haben mir Pippa Middletons Buch „Celebrate“ (im Original, also auf Englisch) geschenkt. Dabei handelt es sich um einen ziemlichen Wälzer (siehe Foto – das deswegen so komisch ist, weil ich die Dimensionen des Buches zeigen wollte), in dem sich wunderbare Rezepte in Beschreibungen britischer Traditionen und Inspirationen für Festlichkeiten einreihen. Die Anordnung folgt dabei den Jahreszeiten.

Nun bin ich ja zugegebenermaßen jemand, der sehr interessiert verfolgt, was Pippas Schwester Kate so an öffentlichen Auftritten absolviert (und wie elegant sie dabei aussieht), aber ich denke, dass ich Pippas Buch trotzdem unvoreingenommen bewerten kann. (Ich darf auch noch festhalten, dass ich hier weder für irgendjemanden Werbung mache, noch dafür bezahlt werde, dieses Buch in einen Beitrag aufzunehmen!)

 

Celebrate

Ich koche einfach gern, und da mich britische Traditionen auch sehr interessieren, bin ich von diesem Buch wirklich hingerissen. Zum Beispiel ist mir ein Rezept für eine fleischlose Lasagne aufgefallen, das ich im Herbst ausprobiert habe. Darin wird einiges an „butter nut squash“ verarbeitet, was hier bei uns unter „Butternuss-Kürbis“ läuft (der blasse, birnenförmige Kürbis). Und was soll ich sagen, es hat auf Anhieb alles reibungslos funktioniert, die Mengenangaben und Arbeitsschritte waren präzise und verständlich. Das Endergebnis war nicht nur seeeeehr köstlich, sondern hat glatt auch noch wie auf dem Foto im Buch ausgesehen – und das, obwohl mein Bild weder von einer anständigen Kamera aufgenommen wurde und auch noch nicht nachbearbeitet ist!

KürbisLasagne

Lasagne

Wer an einem trüben Tag doch etwas Fleisch auf seinem Teller haben möchte, sollte vielleicht den Pie ausprobieren. Er wird (unter anderem) mit Steak, Guinness und Niere zubereitet. Letztere habe ich weggelassen, weil sie nicht verfügbar war. Das Gericht war unglaublich schmackhaft und stimmig, und macht wirklich satt und glücklich. (Und sieht ebenfalls WIE IM BUCH aus!!)

Pie

(Fotos: Mitterreiter-Dobray)

Wer sich also einmal durch das britische Küchenjahr kochen möchte, und dazu noch ein paar Sprengsel Deko-Tipps und Kulturelles haben möchte, dem ist Pippas Buch wirklich zu empfehlen.

Mahlzeit!

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Von der „precisión alemana“

Wie versprochen gibt es nun an dieser Stelle einen Artikel der Serie Servus aus Spanien. Es handelt sich um den zweiten Beitrag (November 2012) – die Themenübersicht gibt es unter „Kolumen“. Viel Spaß beim Lesen!

Punkten mit „rrrrrrr“

Als ich ganz am Anfang meiner Zeit in Valladolid eine brauchbare WG gefunden hatte, allerdings noch die restlichen Mitbewohner (und der größte Teil des Mobiliars) fehlten, schaute mein Vermieter Roberto zur Lagebesprechung vorbei. Wir vereinbarten, dass ich die Wohnung sauber machen solle, damit der Anlieferung der Betten und des Sofas nichts mehr im Weg stünde. Gesagt, getan! Roberto war beim nächsten Besuch schwer beeindruckt, dass ich die Bude in seinen Augen so peinlich sauber gemacht hatte. Ihm fehle, so meinte er, diese „precisión alemana“! Wie sich herausstellte, fehlte die auch dem Möbelunternehmen, das sich mit der Lieferung nicht an den vereinbarten Termin (oder Nachfolgetermin) hielt und mich dazu zwang, die ersten Nächte in Spanien auf einem behelfsmäßigen Lager auf dem Boden zu schlummern…
Mein „Deutsch-Sein“ äußerte sich auch schon des Öfteren an der Uni. Als ein Kurs um 10.15 Uhr beginnen sollte, waren ich und eine Handvoll anderer deutscher Studenten fünf Minuten früher im Saal und wunderten uns über die Leere. Sollten etwa das Kursthema oder der Dozent langweilig sein? Erst ganze zwanzig Minuten später trudelten die restlichen spanischen Studenten ein. Der Professor schimpfte sie aber nicht – schließlich war er selbst (ohne ein Wort der Entschuldigung) eine geschlagene Viertelstunde zu spät gekommen!
Natürlich falle ich hier auch durch mein Äußeres, also die blonden Haare und die blauen Augen, als „fremdländisch“ und vermutlich deutsch auf. Mordsmäßig punkten konnte ich aber als Bayer im Spanisch-Kurs, denn das im Spanischen so charakteristische „rollende R“ konnte ich natürlich problemlos reproduzieren – anders als meine Mitstreiter aus dem hohen (deutschen) Norden, die sich eher vergeblich abmühten. Als ich dann der Spanisch-Lehrerin erklärte, dass in Bayern eben viele Dinge ein bisschen anders sind als im Rest des Landes, und dass ich mich grundsätzlich meist als „bayrisch“ statt als „deutsch“ vorstelle, verstand sie mich sehr gut. Schließlich pochen hier auch die Katalanen, die Basken und die Galizier auf ihre Eigenständigkeit. Dennoch musste kürzlich bei einer Regionalwahl in Katalonien Ministerpräsident Mas, ein Befürworter der Abspaltung, eine herbe Niederlage einstecken. Politische Ergebnisse interessierten an diesem Tag allerdings niemanden, denn die Spanier waren zu sehr mit ihrer Trauer beschäftigt, dass nicht ihr Held Fernando Alonso den Formel-1 Titel gewonnen hatte, sondern sein deutscher Konkurrent Sebastian Vettel! Ich persönlich war traurig und glücklich zugleich…

Auf südländische Lebensart freute sich Simon Mitterreiter, als er in ein Flugzeug nach Madrid stieg, um sein BWL-Studium für ein Semester im spanischen Valladolid fortzusetzen. Mittlerweile hat er festgestellt, dass es viele Gemeinsamkeiten mit seiner Heimatstadt Osterhofen gibt – aber auch jede Menge Kontraste. Diese Abenteuer des Alltags – erlebt und erzählt von Simon Mitterreiter, formuliert von seiner Schwester Eva – erscheinen künftig in einer Artikelserie in der OZ.

SimonMitterreiterNahaufnahme

Mein Bruder, der sich ein Semester lang den spanischen Alltag etwas näher anschaute…

(Foto: Mitterreiter)